Häufige Fragen und Antworten

Stimmt es, dass es an einer Waldorfschule kein Sitzenbleiben gibt?

 

Die Wal­dorf­päd­ago­gik rich­tet sich nach der Ent­wick­lungs­zeit der Kin­der und der Ju­gend­li­chen. Des­halb ist nicht der Wis­sens­stand, son­dern die Ge­samt­ent­wick­lung ent­schei­dend. Von der ers­ten bis zur zwölf­ten Klas­se blei­ben die Schü­ler in einer fes­ten Klas­sen­ge­mein­schaft zu­sam­men. Nie­mand bleibt sit­zen.

Und stimmt es, dass es an Waldorfschulen keine Noten gibt?

 

Auch wenn die Wal­dorf­schu­len in der Un­ter- und Mit­tel­stu­fe auf Noten ver­zich­ten, kor­ri­gie­ren die Leh­rer selbst­ver­ständ­lich alle Schü­ler­ar­bei­ten. Sie las­sen es aber nicht bei dür­ren Noten be­wen­den, son­dern for­mu­lie­ren in­di­vi­du­el­le Be­ur­tei­lun­gen. In den Zeug­nis­sen gehen die Leh­rer aus­führ­lich auf die Per­sön­lich­keits­ent­wick­lun­gen und auf die Lern­fort­schrit­te ihrer Schü­ler ein.

 

Ist die Waldorfschule teuer?

Wal­dorf­schu­len wer­den zum Teil durch Zu­schüs­se der öf­fent­li­chen Hand und zum Teil durch El­tern­bei­trä­ge fi­nan­ziert. In Ge­sprä­chen wird den El­tern Ein­blick in die Be­dürf­nis­se der Schu­le ge­ge­ben. Da­nach legen die El­tern Ihre Bei­trä­ge selbst so fest, dass sie ei­ner­seits den Not­wen­dig­kei­ten des Schul­be­trie­bes, an­de­rer­seits aber ihren ei­ge­nen fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten ent­spre­chen. Es ist ein Prin­zip der Wal­dorf­schu­le, kein Kind aus fi­nan­zi­el­len Grün­den ab­zu­leh­nen. Die Leh­rer haben kei­ner­lei Ein­blick in die Bei­trags­zah­lun­gen der El­tern.

 

 

Darf man einfach so eine Schule gründen ?

Eine Schule zu gründen steht jedem Bürger zu, denn das Grundgesetz garantiert in Artikel 7 Absatz 4 das "Recht zur Errichtung von privaten Schulen".


Welche Abschlüsse können an einer Waldorfschule gemacht werden?

In den ein­zel­nen Bun­des­län­dern gel­ten hier­zu un­ter­schied­li­che Be­stim­mun­gen. So gibt es zum Bei­spiel an den Wal­dorf­schu­len des Saar­lan­des und des Lan­des Rhein­land-Pfalz den Haupschul­ab­schluss nach der 10.Klasse, den Re­al­schul­ab­schluss nach der 12. und die all­ge­mei­ne Hoch­schul­rei­fe, das staat­li­che Ab­itur, nach der 13.Klasse. Diese Re­ge­lung gibt es auch an un­se­rer Schu­le. Die ei­gent­li­che Wal­dorf­schul­zeit endet nach der 12.Klasse mit dem Wal­dorf­schul­ab­schluss. Da­nach kön­nen sich Schü­ler, die dies wün­schen, in einem 13.Schuljahr an der Wal­dorf­schu­le auf das Ab­itur vor­be­rei­ten.

Warum haben die Kinder in den ersten acht Schuljahren möglichst ein und denselben Klassenlehrer?

Ein we­sent­li­cher Be­stand­teil des Un­ter­richts ist der Rhyth­mus. Rhyth­mus kann seine güns­ti­ge Wir­kung nur dann ent­fal­ten, wenn die Le­bens­be­din­gun­gen der Kin­der be­stän­dig sind. Des­halb be­glei­tet ein Klas­sen­leh­rer seine Klas­se nach Mög­lich­keit acht Jahre lang durch den Haupt­un­ter­richt, der die ers­ten bei­den Vor­mit­tags­stun­den um­fasst. In die­ser Zeit lernt er seine Schü­ler sehr gut ken­nen und kann in­di­vi­du­ell auf ihre Stär­ken und Schwä­chen ein­ge­hen.